Identitätsorientierte Psychotraumatherapie

Wie läuft eine Selbstbegegnung nach Identitätsorientierter Psychotraumatherapie (IoPt) ab?

Ich lade dich herzlich ein, diese Gedanken zu teilen.

Ständig Schmerzen? Das Sorgenkind treibt dich in den Wahnsinn? Alle Diäten schlagen fehl und du kannst an nichts anderes mehr denken? Vielleicht haben die Probleme im Hier und Jetzt ihre Ursache in deiner Vergangenheit.

Was ist eine Selbstbegegnung nach Identitätsorientierter Psychotraumatherapie (IoPt)?

Die Anliegenarbeit der IoPt ist eine moderne Aufstellungsmethode zur Aufdeckung und Integration von frühen Traumatisierungen. Viele belastende Symptome und Stellvertreterkonflikte des Alltags haben ihre Ursache in frühen Verstrickungen, ungelösten Bindungskonflikten und innerpsychischer Spaltung. In der Selbstbegegnung erhalten wir über Resonanz ein dynamisches Bild unserer inneren Wirklichkeit und treten mit unseren psychischen Anteilen in Kontakt.  Dabei orientieren wir uns in einer Selbstbegegnung an den Impulsen der inneren Anteile: Wer bin Ich? Was will Ich?

Eine Zusammenfassung über Entwicklungstrauma und die Zusammenhänge von Trauma, Triggern und Überlebensstrategien habe ich schon beschrieben. Von der Theorie nun zur Frage: Wie läuft sie eigentlich ab, so eine Selbstbegegnung?

[Triggerwarnung: Frühchen, Gewalt]

Kindheitsanteile, die in der traumatischen Vergangenheit feststecken

Ich liege im Brutkasten. Es riecht scharf nach Desinfektionsmittel.

Durchs Fenster höre ich Glockenläuten. Wohlig. Ich beschließe aufzugeben und zu sterben. Endlich loszulassen. In Frieden zu gehen. Schlafe ein.

Doch ich werde geweckt. Jemand dreht mich. Kalte behandschuhte Hände. Sie stecken mir gewaltsam das Fieberthermometer in den Po. Wieder und wieder schmerzhafte Nadelstiche. Plastikschläuche und Dauerpiepsen.

Sie gehen wieder.

Bin doch nicht gestorben, habe aber aufgegeben, dissoziiere.

Keine fühlende Seele um mich. Ich bin allein. Bis auf die Maschinen und die kalten Leute mit dem scharfen Geruch, die mich drehen, messen, pieksen und wie ein Objekt behandeln.

Ihre Schritte im Gang. Schweigend gehen sie auf und ab.

Sie sollen endlich kommen und mich drehen, weil mir die Seite schon so weh tut, auf der ich seit Stunden liege.

Aber gleichzeitig flehe ich auch, dass sie an mir vorbeigehen, weil ich Angst habe, sie pieksen mich wieder. Und das tut doch soo weh! Und bei dem Gedanken an diesen schrecklichen Schmerz muss ich plötzlich weinen! So sehr weinen! Warum tun sie mir so weh? Und warum ist niemand bei mir? Keine warme Seele?

Das Phänomen der Resonanz

Diesen Text oben habe ich mir NICHT ausgedacht.

Das waren meine Empfindungen als Resonanzperson in der Selbstbegegnung einer mir bis dahin völlig fremden Frau. Ich erlebte sie erschreckend real. Was ich in dem Moment noch NICHT wusste: Sie lag 1978 für drei Wochen ohne Kontakt zu den Eltern im Brutkasten. Es war bisher eine meiner heftigsten Resonanzerfahrungen. Der starke Schmerz, das Gelähmtsein. Die Dissoziation, das Aufgeben, der Todeswunsch. Nicht gewollt, nicht geliebt, nicht geschützt sein. Das ursprüngliche Anliegen der heute erwachsenen Frau war das Gefühl von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein im Alltag.

Die Selbstbegegnung nach IoPT funktioniert so

Du formulierst ein Anliegen, Problem, Symptom, einen Konflikt oder eine Frage, z.B.: Warum habe ich ständig Kieferschmerzen? Intuitiv und frei nach Gefühl wählst du daraus drei Elemente aus und genauso intuitiv drei Stellvertreter für ebendiese Elemente aus der Gruppe – die Resonanzgeber: „Würdest du bitte mit meinem ICH in Resonanz gehen, Anne?“, hat sie mich gefragt. Und ich habe zugestimmt, mir das Namensschild mit dem ICH angesteckt, und innerhalb weniger Augenblicke war ich nicht mehr Anne, sondern ein Frühchen. Mutterseelenallein, hilflos ausgeliefert, gepeinigt und bereit, mich dem Tod in die Arme zu werfen.

In einer Selbstbegegnung schauen wir, welche traumatische, oft sehr frühe Erfahrung hinter einem aktuellen Problem steckt: Welcher abgespaltene Persönlichkeitsanteil zeigt sich in Stellvertreterkonflikten deiner Kinder, in Handysucht oder wiederkehrenden toxischen Beziehungen?

Du wirfst damit einen komplexen und sehr präzisen Blick auf die Gräben, die Kämpfe und die Verstrickungen, die du bisher während jeder Sekunde deines Alltags im Innersten trägst, und die unbemerkt die größtmögliche Macht ausüben: indem sie uns in Traumabewältigungsstrategien und Traumareinszenierung zwingen.

Die Selbstbegegnung schafft einen Raum, in dem wir Traumaspaltung erkennen und überwinden können, indem wir vielleicht zum ersten Mal überhaupt unseren abgespaltenen Gefühlen begegnen und echten Kontakt zu uns selbst finden.

Persönliche Erfahrung

Ich persönlich habe mit Selbstbegegnungen (nach IoPT) unglaubliche innere Freiheit und Leichtigkeit gewonnen, Körpersymptome überwunden und ECHTEN Kontakt zu mir selbst und meinen Mitmenschen gefunden.

Was meist mit herzzerreißendem Schmerz beginnt, kann sich schon bald in wahre innere Freiheit kehren.

Schreib mir gerne an anne@weltfremd.net und schau auch mal bei meinen Angeboten vorbei.

Deine Anne

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Comments (8)

  • Liebe Anne, solche Selbstbegegnungen hatte ich (leider ohne Begleitung) beim Lesen von Briefen und Aufzeichnungen meiner Verwandten*, deren Nachlass ich auszuräumen hatte. Auf der Suche nach Hinweisen auf meinen leiblichen Vater habe ich viel Schriftliches gelesen. Statt also den Inhalt von Schubladen wegzuwerfen, bin ich immer wieder in Briefe und Tagebucheinträge „eingetaucht“ und habe mich dabei selbst als kleines Kind gesehen. Es hat mich überwältigt und tief erschüttert! Meine Mutter hatte versucht, mich mit einem Kissen zu ersticken, hatte mich in der Kälte auf dem Wickeltisch liegen gelassen und war weggelaufen. Man hatte mich nachts im Stubenwagen in einen kleinen Raum geschoben und mich „schreien lassen“. Ich hieß in meinen ersten Monaten in der Familie „das Kind“. Mein Name wurde nicht ausgesprochen… Ich war innerhalb der Familie (bei allen frommen Beteuerungen, dass es selbstverständlich nicht so sei) „ungewollt“, „ein Unfall“, eine Störung, die „man“ (aus nachvollziehbaren Gründen) nicht in seinem Leben haben mochte, aber nicht loszuwerden vermochte. Als ich es Tinte auf weiß las, wurde es eigentlich nur offenbar. In meinem Körper, meinen Gefühlen war es schon vor meiner Geburt eingeschrieben. (Ein Arzt fragte mich mal, ob ich als Baby oder vor meiner Geburt in Lebensgefahr gewesen sei – und ich wusste, dass es stimmt. Meine Familie dagegen bezeichnete den Arzt als Spinner – und mit ihm mein klares Gefühl, dass hier die Wahrheit ausgesprochen wurde.) Die Wahrheit aussprechen, die Wahrheit fühlen und klar vor Augen haben – das ist sicher ein erster Schritt zu heilen. Die nächsten Schritte aber… Was ist mit denen? Selbstfürsorge, Selbstliebe, sich um liebevoll um das das „innere Kind“ kümmern… Wie mache ich das in meinem herausfordernden Alltag? In den letzten Jahren sind es depressive Episoden, durch die mir mein Körper vermutlich „erlaubt“, mich zu „pflegen“. Einfach, weil ich’s im Alltag bei allen Herausforderungen nicht hinbekomme. Ich muss mich beruflich UND privat um andere kümmern, dann bin vielleicht ich dran. Erst muss alles andere geschafft sein, DANN ist vielleicht mal eine warme Dusche – 5 Minuten – meine kleine Selbstfürsorge. Wie kriegen das andere hin? Wie kann ich das Sprichwort „Es ist nie zu spät, eine schöne Kindheit zu haben“ umsetzen (ich wollte schreiben „dass alle zufrieden sind“ – typisch) ? Wie komme ich mit dem Stress klar, wenn ich Perfektion zugunsten von Selbstfürsorge aufgebe? Denn das „passt“ meinem Umfeld definitiv nicht. Hier ist Funktionieren gefragt!
    Du siehst, meine Liebe, deine Artikel haben mich schwer zum Nachdenken und Nachfühlen gebracht. Danke für deine klugen und wertvollen Gedanken. Sie signalisieren mir vor allem anderen, dass ich nicht alleine bin auf meiner Lebensreise. ❤volle Grüße, Do

    • Liebe Dorothea,
      mein tiefes Mitgefühl für deine schlimmen Erfahrungen und danke, dass du meiner Leserschaft und mir diese berührenden Zeilen dagelassen hast. Ich wünsche dir, dass du einen geeigneten Weg und eine geeignete Begleitung (Therapie o.ä.) findest, deine Traumatisierungen aufzuarbeiten und auch deinen heutigen Alltag so zu bestreiten, dass es dir gut geht.
      Und nein, du bist ganz sicher nicht allein. ♥
      Alles Liebe und Gute dir!
      Anne

  • Liebe Anne

    Danke für diesen Artikel. Ich weiss um viele Dinge deiner Texte. Ich selbst wurde adoptiert, war als Kleinkind lange im Heim. Selbst bin ich nun alleinerziehend, Trennung während zweiter Schwangetschaft. Alles in allem ein grosser Rucksack. Und wenn ich das alles so lese werde ich echt traurig. Oftmals geben mir die Texze das Gefühl, dass ich meinen Kindern schade, egal wie sehr ich mich bemühe. Da diese Traumata tief in mir stecken. Gerade jetzt bei Baby Nr 2, was viel schon im Bauch mitbekam. Wie soll man das denn verhindern? Ich liebe meine Kinder und reflektiere viel aus meiner Kindheit, habe eine Therapie begonnen. Ich weiss auch, dass ich die Weitergabe von Trauma nicht zu 100% verhindern kann. Aber das ich nicht in der Lage sein soll emotional zugewandt zu sein? Ich kann nur sagen, das wäre furchtbar. Ich bin sicher, dass ich meinem Kind meine Gefühle, meine Liebe oft sehr authentisch zeige. Die Vorstellung dass meine Kinder so oder so durch mich (re)traumatisiert werden lässt ja wenig Raum für Zuversicht. Gerade für Menschen mit einem grossen Rucksack…

  • Ps: mein Sohn hat viel Temperamwnt und zeigt seine Gefühle sowohl neg wie pos sehr stark, er hat phasenweise viel gehauen, gebissen, gespuckt. Da komme ich ja aus dem analysieren nicht mehr raus… ist das nun Temperament oder seine Reaktion auf irgendwelche Traumaanteile meinerseits? Ich glaube Kinder bringen bereits eine Persönlichkeit mit. Nach dem Lesen vieler deiner Texte könnte ich ja hinter jedem Verhalten was vermuten..? Bin echt verunsichert. Bisher sah ich sein Verhalten auch als eine wunderbare Eigenart und starken Willen.

  • Liebe Anne,

    Wahnsinn!!!!! Wie kommst du an so konkrete Bilder, Gerüche etc?

    Und vorallem wie heilt das denn?
    Das Trauma wiederzuerleben? Eigentlich doch nicht?

    Die einzige Resonanz die ich kenne ist die Gefühle von Mensch mir ggü aufzunehmen.

    Ganz liebe Grüße

    • Liebe Frauke,
      Resonanz ist ein Phänomen, das heute sehr viele Coachingtools und Therapieformen nutzen. Allerdings ist bislang naturwissenschaftlich nicht zu erklären, wie genau es funktioniert, dass die Stellvertreter Zugriff auf Bilder, Gefühle und Informationen von Fremden zugreifen können.
      Die IoPt nutzt Resonanz mit einem hochkomplexen Traumatheoriegerüst dahinter, um Spaltung zu überbrücken, gesunde Anteile zu stärken, Überlebensstrategien sanft abzubauen und im stabilen Kontakt zur gesunden Identität Traumaanteile aus der Vergangenheit zu befreien, das heißt:

      So, wie ich arbeite, ist definitiv NICHT das Ziel, dass der Klient ein Trauma noch einmal erlebt! Das wäre ja Retraumatisierung. (Die Gefühle aus der Resonanz habe in dem Moment ja ICH als Stellvertreter in deutlich abgemilderter Form und nicht der Klient. Der Klient fühlt in dem Moment dann z.B. eher Mitgefühl mit sich und seinem früheren Selbst und erlebt oft einen wohltuenden, heilsamen Schmerz.)
      Das Ziel der Selbstbegegnung ist stattdessen, die Anteile, die in einer traumatischen Situation feststecken, liebevoll aus der Vergangenheit zu befreien und aus der Abspaltung wieder zu uns zu holen. Traumaintegration findet dann durch diesen guten Kontakt zwischen uns und den vormals abgespaltenen Anteilen statt.

      Ganz liebe Grüße
      Anne

  • Liebe Anne,
    Das mit der Resonanz, als Gefühle, Gedanken, Ängste von mir nahen Menschen aufzunehmen, habe ich die letzten Jahre unter hochsensibel und extrem empathisch abgelegt. Und es war für mich selten zum Guten wenn überhaupt.

    Ich empfinde, oder weiß was bei meinem Gegenüber „im Busch“ ist. Mal paar krasse Beispiele. Ich rede mit jemand und hatte die Befürchtung er will sich umbringen. Es ging aber gar nicht darum im Gespräch. Es war ein Alltagsgespräch über die Kinder, die Partnerin, die Arbeit….
    Klar hab ich diesen ersten Gedanken, nachdem ich mich verabschiedete, er will sich umbringen, weit von mir geschoben. Ich war Anfang 20. Er war Mitte 30. Er war ein Bekannter. Noch nicht mal ein Freund. Eine Woche später war im Lokalblatt zu lesen, ein Mann sei total zerfetzt auf den Gleisen gefunden worden. Suizid, aufgrund des Eheringes wusste man wer es war. In der Gemeinschaft in der ich mich damals befand, ging es dann rum, das er es war wo ich dieses Gefühl hatte. Jedoch sofort verdrängte.

    Ähnliche Beispiele könnte ich nennen. Am 31.12.2014 läutete abends das Telefon. Nach dem ersten läuten sagte ich zu meinem Mann, dein Vater ist gestorben. Seine Antwort auf dem Weg zum Telefon war, Nein, ich hab ja noch vor zwei Tagen mit ihm telefoniert. Er hob den Hörer ab und keine Minute später senkte er den Kopf. Er legte auf. Ich sagte und. Er sagte mein Vater ist gestorben. Seine Mutter rief ihn an.

    Ich könnte noch viele solche Situationen beschreiben. Aber das würde zu weit gehen.

    Ich weiß auch nicht ob man das Resonaz schon nennt, oder ob es explizit darum geht eine Situation für jemand anderen durchleben zu wollen. Das wiederum kenne ich als ich vor etwa 30 Jahren im Klinikum Großhadern im Hörsaal zu einer Veranstaltung war, wo uns damals von einer Schülerin von Bert Hellinger, dessen Methode der Aufstellung nahe gebracht wurde. Daran erinnert mich deine Beschreibung des in Resonaz gehen.

    Diese Frau, Therapeutin, damals, ich weiß es nicht mehr, nach soviel Jahrzehnten, war etwas Ende 50 vielleicht auch älter. Wir bekamen ein Einführung. Und danach ging es los, das man sich aufstellen lassen kann. Oder eben man selbst stellvertretend für jemand anderen sich hergibt.

    Ich meldete mich nach der ersten Vorführunde. Da es mir zu absurd vorkam was ich gerade zu sehen bekam. Ich konnte nicht glauben, dass da wildfremden Menschen auf Plätze geschoben wurden und dieser oder jener Angehörige stellvertretend sein sollen, und dann erschütterndes zu Tage trat. Ich dachte das sei alles abgesprochen gewesen. Nun meldete ich mich, um sozusagen, zu beweisen dass da was faul ist. War schon verwundert, dass ich tatsächlich genommen wurde. Also doch keine Absprache. Was ich dann erlebte war nicht von dieser Welt. Wenn es damals wo die Gelegenheit gab und ich es erzählte, sahen mich die Menschen an, als würde ich Blödsinn erzählen. Irgendwann ließ ich es bleiben. Wer will schon im Bekanntenkreis als verrückt gelten.

    Ich kaufte mir auch ein Buch wo Hellinger und das Aufstellen und Erfahrungen beschrieben wurden. Und ich bekam damals mit, das er sehr kontrovers gesehen wurde. Nun mit dem Lesen deines Blogbeitrag, frag ich mich, ob nun 30 Jahre später, dies mit der Resonaz eine Weiterentwicklung von Hellinger seinen Erkenntnissen ist.

    Und ich könnte eine Buchreihe über eigene traumatische Erfahrungen und Verstrickungen schreiben. Ich bin mit mir, trotz erkennen vieler Zusammenhänge und seit Jahrzehnten mich mit immer neuen, aber auch alten hochkommenden Themen, befassen, noch lange nicht im reinen.

    Und ja ich frage mich bei all dem was ich von anderen Menschen aufnehme (behind the wall) und die dann eher das weite suchen, weil sie Angst um ihr Geheimnis haben, ob es überhaupt Heilung für die Menschen und echte tiefe Verbindungen geben kann. Und da ich ja ein Teil der mich umgebenden Menschen bin, ob ich für mich all diese Traumen überhaupt noch werde auflösen können, in der mir verbleibenden Lebenszeit. Und wenn ja. Was hab ich im Alter noch davon? Bin ich doch jetzt schon weit über die Mitte des Lebens.

    Seit X Jahren mit Schuldgefühlen, wieder soviel vergeigt zu haben mit den eigenen Kindern. Kinder die nun junge Erwachsene sind, und jede Aussprache schon seit Jahren verweigern.

    Hinzu kommen die letzten 26 Monate die innerhalb der Gesellschaft soviel nach oben gespült haben, was uns alle doch noch viel mehr entzweit als verbindet.

    Und dann kommen meine großen Fragen, wie bzw ist es überhaupt noch möglich, dass die Menschen Heilung finden? Kann man mit den ganzen seelisch tief traumatisierten und verletzten Menschen um einen herum, die auch gar nicht wollen, dass da was bearbeitet wird überhaupt in diese liebevollen guten Beziehungen treten, von denen du in diversen Beiträgen schreibst.

    Sich selbst lieben. Mit den Menschen, der Familie um einen herum in einen, ich bin OK du bist OK in Konsens treten. Ist das nicht Ilussion? Mein Empfinden ist, das gerade die Menschen misstrauischer, unfreundlichen, gereitzter, ungeduldiger und vieles mehr in diesen über zwei Jahren wurden. Nach meinem Empfinden bedarf es doch mehr Heilung als je zuvor.

    Und in diesem allem, eine Therapeutin/Therapeut zu finden die/der für einen selbst richtig ist, ist noch viel viel schwieriger geworden.

    Ganz ehrlich ich kenne niemand wo ich sagen kann, die oder der ruht in sich. Hat seinen Weg gefunden oder geht seinen Weg.

    Und bevor ich mich nun um Kopf und Kragen schreibe, mit all dem was ich an Stimmungen und Zwischentönen aufnehme, komme ich zum Schluss.

    Ich sehe und empfinde da draußen eine zutiefst kranke Welt. In der ich in den letzten rund 30 Jahren in meinem persönlichen Weg Schritt für Schritt versucht habe zu erfassen, warum ist es mit mir, wie es ist. Und natürlich immer an seelischer Selbstoptimierung dran bin.
    Zugleich jedoch in der Familie bei meinen engsten mir liebsten Bezugspersonen gescheitert bin. Gescheitert die Nähe und Qualität an Bindung zu erreichen, die ich mir wünschen würde. Das echte Interesse füreinander. Der liebevolle Umgang miteinander. All das hat leider noch den Rückwärtsgang in den letzten 26 Monaten eingelegt. Entzeiender, je länger das alles dauert.
    Ja vielleicht kommt es zu Heilung auf weiten Ebenen wie spirituelle Menschen meinen. Ich persönlich würde es mir sehr wünschen. Doch sehen, tu ich da derzeit wenig bis nichts.
    Ich werde in aller Ruhe deine Beiträge nach und nach lesen. Vielleicht komme ich ja noch zu Einsichten die mein Puzzel vervollständigen.

    Ich danke dir herzlich für deinen blog.

    Alles erdenklich Gute dir auf deinem weiteren Weg. Und jedem hier von uns, die versuchen sich selbst zu ergründen.

    Liebe Grüße
    Daniela

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Ich bin Anne, leidenschaftliche Schreiberin und immerfort lernende Mutter zweier Kinder. Süchtig nach anspruchsvollen Büchern und mit einer Schwäche für ausgezeichneten Schwarztee. Auf meinem Blog WELTFREMD setze ich mich seit 2019 für friedvoll-authentische Elternschaft ein und kläre über Entwicklungstrauma auf. ♥

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