Körperliche Krankheiten als Traumafolge

Podcast #1: Wie hängen Trauma und körperliche Krankheiten zusammen? Interview mit Traumatherapeutin Elena Pfarr

Ich lade dich herzlich ein, diese Gedanken zu teilen.

Willkommen zur WELTFREMDEN Podcastfolge #1! Ich habe mit Traumatherapeutin Elena Pfarr aus Ulm über den Zusammenhang zwischen körperlichen Erkrankungen und Trauma gesprochen.

Wichtig: Dieser Beitrag ersetzt nicht die individuelle Diagnose und Therapie durch einen Arzt oder Therapeuten. Er dient nur dem Perspektivwechsel. Bei schweren Krankheiten (psychisch wie körperlich) sollte im Zweifel ärztliche/ therapeutische Hilfe gesucht werden!

Aber Fakt ist: Unbearbeitetes Entwicklungstrauma macht krank – über kurz oder lang. Und nicht nur die Psyche, sondern auch den Körper.

Über den Zusammenhang von Trauma und Psyche

Frühes Trauma (Bindungstrauma, Missbrauch, Vernachlässigung) erhöht lebenslang das Risiko für psychische Störungen. So weit klar. Wissenschaftlich aus allen Richtungen bombenfest belegt.

Aber auch ohne den Umweg der psychischen Erkrankungen haben frühe Traumata einen dramatischen Einfluss auf die körperliche Gesundheit. Psyche und Körper sind fest miteinander verbunden. Jede unserer Zellen (Körpergedächtnis) speichert unsere Erfahrungen – auch die, die wir nicht bewusst erinnern, weil sie entweder abgespalten sind und/ oder aus der vorsprachlichen Zeit stammen (erste Lebensjahre sowie prä- und perinatale Zeit).

Heißt auf Deutsch: Wir können uns weder an die Zeit im Mutterbauch, noch an unsere ersten Lebensjahre bewusst erinnern – Körper und Psyche aber vergessen NICHTS.

Einige höchst interessante wissenschaftliche Arbeiten belegen in Langzeitstudien, dass besonders diejenigen körperliche Erkrankungen erleiden, die stark von Entwicklungstrauma betroffen sind:

„[…]erhöhte Vulnerabilität für das Auftreten häufiger körperlicher Erkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Hepatitiden, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), immunologische Erkrankungen und Schmerzerkrankungen, Pharynx- und Lungenkarzinom) und darüber hinaus [ist sogar] eine eingeschränkte Lebenserwartung gesichert.“

[Quelle: Bundesgesundheitsblatt 10/2016]

Das heißt im Grunde nichts anderes als: Du wirst öfter krank, hast schwerere Verläufe und stirbst im Schnitt früher, wenn du unverarbeitete frühe Traumata mit dir herumschleppst. Vor diesem Hintergrund noch mal ein kleiner Reminder: MIR HAT ES JA AUCH NICHT GESCHADET ist echt eine traurige Illusion.

Elena und ich sprechen im Podcast darüber:

  • Wie Stress sich auf den Körper auswirkt
  • Warum die sprachliche Trennung „Körper und Psyche“ schon auf Spaltung hinweist
  • Warum wir Traumata auf körperlicher Ebene an unsere Kinder weiterreichen
  • Wie sich traumatische Kriegsereignisse auf die Generationenfolge auswirkt
  • Warum wir unsere Kinder nicht traumafrei ins Leben begleiten können

Und ganz wichtig:

  • Positive News: Warum diese Perspektive auch ein echter Hoffnungsschimmer ist

Hört gerne rein und stellt eure Fragen per Kommentar oder Mail.

Also dann: Bleibt ganzheitlich gesund!

Alles Liebe

Anne

PS: Magst du zu der erwähnten ACE-Studie noch ein interessantes Video sehen? Hier spricht Kinderärztin Nadine Burke-Harris über frühes Trauma und Krankheit.

PPS: Und hier findest du die wissenschaftlichen Belege zu unserem Gespräch mit der erwähnten ACE-Studie: Bundesgesundheitsblatt 10/ 2016 zu Gesundheitlichen Langzeitfolgen psychosozialer Belastungsfaktoren in der Kindheit.

Weitere Beiträge auf weltfremd:

Literaturtipps zum Thema Psyche und Gesundheit:

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Ich bin Anne, leidenschaftliche Onlinejournalistin und immerfort lernende Mutter zweier Kleinkinder. Süchtig nach anspruchsvollen Büchern und mit einer Schwäche für ausgezeichneten Schwarztee. Auf meinem Blog WELTFREMD setze ich mich für mehr Mütterlichkeit und eine wärmere Gesellschaft ein. ♥

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