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Das Plädoyer einer Pusteblume

Du wünschst deinem Kind Selbstbewusstsein, Liebe und ein zufriedenes Leben in einer solidarischen, nachhaltigen Gesellschaft. Was ist aber die Realität? Du stößt mit deinen Launen, Kraftreserven und Nerven täglich an die Grenzen deiner Erziehungsideale.

Große Erwartungen der „Anderen“ setzen dich und dein Kind unter Druck. Du merkst, dass Kindergarten, Schule und die Verwandtschaft unglaublich viel Anpassungsfähigkeit verlangen. Dein Herz sagt dir aber oft etwas anderes als dein Verstand.

Die Kinderbuchhelden eurer Gutenachtgeschichten vermitteln Liebe, Freundschaft, Verständnis, Gemeinwohlorientierung und Individualismus. Die Gesellschaft ist aber geprägt von Egoismus, Ellbogenmentalität, Widersprüchen und Selbstzerstörung.

Wir Menschen haben eine gesellschaftliche Realität geschaffen, die alles andere als artgerecht ist, die durchzogen ist von ungesunder Täter-Opfer-Dynamik: Eine traumatisierte Gesellschaft erschafft traumatisierte Individuen und umgekehrt. Prof. Franz Rupppert beschreibt dieses Phänomen ausführlich in Wer bin Ich in einer traumatisierten Gesellschaft?*

Fehlende Menschlichkeit durch transgenerationale Traumatisierungen

In Der Lilith Komplex* beklagt Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz, dass fehlende Mütterlichkeit** in unserer Gesellschaft unsere Beziehungen, unsere Kindererziehung und damit auch unser gesellschaftliches Zusammenleben negativ beeinflusst.

**fehlende Menschlichkeit, also ein Mangel an Wohlwollen, Empathie, Zuhören und gesunden Beziehungen

Genaueres zu seinen Thesen in diesem Artikel: Hör auf, eine „gute Mutter“ sein zu wollen

Mehr Mütterlichkeit in der Gesellschaft geht uns alle an und ist kein Problem nur eines Geschlechtes. Psychosoziale Prävention ist die wichtigste und effektivste Investition in die Zukunft.

Maaz, S. 198.

Zusammenhängend gedacht…?

Das heißt: Die Traumatisierungen der Einzelnen sind über eine Kette destruktiver Bewältigungsstrategien die Ursache für Korruption, Umweltzerstörung und Krieg.

Klingt überzogen? Heißt aber im Einzelnen das:

Du trägst deine Kindheitswunden und verschiedene generationsübergreifenden Traumagefühle in einer Art emotionalem Rucksack mit dir herum. Diese äußern sich vielleicht in fehlender Selbstliebe oder Migräne. Dann wirst du Mutter oder Vater und gibst die Verstrickungen und Verletzungen in irgendeiner Form an dein Kind weiter – wenn du deine Traumata nicht gut integrierst.

Erfahre hier Ausführliches zur transgenerationalen Traumaweitergabe: Psychologisches Basiswissen für Eltern

Da es nicht nur dir, sondern in unserer traumatisierten Gesellschaft fast allen Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen so geht, werden psychische Verletzungen in Familien, Kindertagesstätten, an Schulen, in Universitäten verstärkt, sodass ein Heer aus psychisch angeknacksten jungen Leuten entsteht, die durch Konsum (Ersatzbefriedigung), Gewalt, Egoismus und Rücksichtslosigkeit das kranke, zerstörerische System tragen und vertiefen.

Wie im Kleinen, so im Großen: Bei sich selbst anfangen

Sich selbst zu reflektieren und seine Kinder heil wachsen zu lassen, ist der Schlüssel zu einer besseren Gesellschaft. Das heißt, sich für mehr Menschlichkeit in der Gesellschaft und warme Beziehungen einzusetzen. Es heißt, bei seinen Kindern auf Beziehung statt Erziehung zu setzen.

Die Orientierung an den Bedürfnissen der Kinder würde unsere Kultur revolutionär verändern […]. Dem globalen Ausgeliefertsein, dem begrenzten Einfluß auf politische Macht, der unauflösbaren Abhängigkeit von […] sozialen Verhältnissen setze ich die Freiheit und Verantwortlichkeit des Individuums entgegen, dem eigenen und fremden Elend „mütterlich“ zu begegnen, was durch persönliche Begegnungen, durch Zuhören, durch Einfühlen und Verstehen-Wollen und durch zugelassenen Gefühlsausdruck gewährleistet werden kann. Jeder mütterliche Akt verbessert die bestehenden Verhältnisse und lindert das Elend der Welt.

Maaz, S. 199f.

Was soll die Pusteblume im Logo?

Eines Abends schließt sich mit der untergehenden Sonne die Blüte des Löwenzahns. Wenn er sich wieder öffnet, hat er sich in eine fragile Pusteblume verwandelt. Ein einziger ihrer Samen reicht aus, um – völlig unterschätzt – den spießigen Garten des Nachbarn in ein riesiges gelbes Blütenmeer zu verwandeln. Vom winzigen, schwebenden Schirmchen zum unausrottbaren Löwenzahn.

Dieser Blog ist das weltfremde Schirmchen. Du kannst ihn für naiv halten, für überheblich, eben für weltfremd.

Er kann dich aber auch motivieren, deine eigene Kraft, deinen Handlungsspielraum anzuerkennen, die Bedeutung deiner Kinder zu begreifen. Er kann der Anstoß sein, dich zu reflektieren und damit bei dir selbst anzufangen. Wie im Kleinen, so im Großen.

Herzliche Grüße

Anne

PS: Teilen ist gut fürs Karma. Ein Samenschirmchen kommt schließlich auch beim Löwenzahn selten allein.

Literatur:

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Ich bin Anne, leidenschaftliche Schreiberin und immerfort lernende Mutter zweier Kinder. Süchtig nach anspruchsvollen Büchern und mit einer Schwäche für ausgezeichneten Schwarztee. Auf meinem Blog WELTFREMD setze ich mich seit 2019 für friedvoll-authentische Elternschaft ein und kläre über Entwicklungstrauma auf. ♥

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